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Herzogtum Braunschweig

aus Wikipedia

Daten im Jahr 1910
Landeshauptstadt: Braunschweig
Fläche: 3690 km²
Einwohner: 494.339
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner/km²
Stimmen im Bundesrat: 2
Kfz-Kennzeichen: B

Das Herzogtum Braunschweig wurde 1814 nach dem Wiener Kongress begründet.

Seine Wurzeln liegen im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, welches 1235

gegründet wurde und die Herrschaft der Welfen im Land begründete.

 

 

Bevölkerung und Fläche

3.672 km²; 599.208 Einwohner (Mai 1939)

Vorgeschichte

1235 übertrug Kaiser Friedrich II. dem Enkel Heinrichs, Otto dem Kind, den braunschweigischen Besitz. Daraus wurde das später zum Reichsfahnlehen erhobene Herzogtum Braunschweig-Lüneburg (1432-1754). Es zerfiel durch Erbteilung in verschiedene Teilstaaten, unter denen sich schon im 14. Jahrhundert das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel herausbildete, das im 15./16. Jahrhundert etwa dem späteren Herzogtum Braunschweig entsprach. Allerdings ging es durch die napoleonische Besetzung zum 28. Oktober 1806 verloren und wurde am 9. Juli 1807 zum Königreich Westfalen geschlagen, dem es bis 1813 angehören sollte.

Geschichte

Welfenherrschaft

Im Jahr 1813 wurde Herzog Friedrich Wilhelm restituiert. Nach dem Wiener Kongress wurde das Herzogtum Braunschweig 1814 in den alten Grenzen des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel errichtet.

Das neue Herzogtum Braunschweig bestand aus mehreren, nicht zusammenhängenden Teilen: das Gebiet zwischen Aller und Harz mit Braunschweig, das Gebiet zwischen Harz und Weser mit Holzminden, Blankenburg am Harz mit seiner Umgebung, das Amt Calvörde (eingeschlossen von der Provinz Sachsen), das Amt Thedinghausen zwischen Bremen und Verden gelegen, der Flecken Bodenburg mit dem Dorf Oestrum (Amt Gandersheim), das nördlich von Goslar gelegene Dorf Ostharingen (Amt Lutter am Barenberge), das südlich von Peine gelegene und zum Amt Vechelde gehörende Dorf Oelsburg.

Das Herzogtum bestand aus den folgenden Kreisen:

Nach dem Tod Friedrich Wilhelms folgte ihm 1815 der elfjährige Karl II. als Herzog von Braunschweig. Während das Bürgertum im industrialisierten England im Wohlstand lebte, herrschten in Braunschweig nach der Missernte 1830 Arbeitslosigkeit, Hunger und große Unzufriedenheit. Karl II. hatte die Bevölkerung durch seinen ungeschickten Regierungsstil und sein absolutistisches Gehabe gegen sich aufgebracht, was in einen Volksaufstand mündete: Der oben erwähnte “graue Hof” wurde 1830 von Kleinbürgern, Handwerkern und Arbeitern gestürmt und eingeäschert, Karl II. blieb nur die Flucht in die Schweiz - im Gepäck Kunstwerke von unschätzbarem Wert. In Braunschweig konnten Recht und Ordnung derweil nur durch die von Ratsherr Wilhelm Bode gegründete Bürgerwehr aufrecht erhalten werden. Herzog Karl II. wurde in Abwesenheit für regierungsunfähig erklärt.

Die Regentschaft wurde seinem jüngeren Bruder Wilhelm (dem zunächst letzten Mitglied der Welfischen Linie) übertragen. Am 12. Oktober 1832 wurde die Neue Landschaftsordnung erlassen, eine erbmonarchistische repräsentative Staatsverfassung mit einer Kammer und einem festen Etat des regierenden Fürsten von 230.900 Talern. Unter diesem unverheiratet regierenden Herrscher durchlebte Braunschweig bis 1884 eine Neutralitätsphase als kleiner Staat, der weder Österreich noch Preußen verbündet war.

Regentschaft der Preußen

Nach dem Tod des kinderlosen Wilhelm übernimmt zunächst der Vorsitzende des Regentschaftsrates Hermann Graf von Görtz-Wrisberg die Regierungsgeschäfte, bis am 2. November 1885 auf Bestreben Preußens nicht ein Welfischer Hannoveraner (Herzog Ernst August von Cumberland war ausersehen), sondern Prinz Albrecht von Preußen als Regent eingesetzt wird. Das Herzogtum stand bereits seit dem Deutschen Krieg von 1866 bis 1911 unter der Verwaltung des Königreichs Preußen.

Nach dem Tod Albrechts im Jahr 1906 übernimmt erneut der Präsident des Regentschaftsrates, Albert von Otto, die Regierungsgeschäfte. Am 5. Juni 1907 erhält Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg die braunschweigische Regentschaft zugesprochen und versieht diese bis zum 1. November 1913.

Erneute Welfenherrschaft

Inzwischen ist es - ausgelöst durch die Hochzeit am 24. Mai 1913 zwischen Viktoria Luise, der Tochter Kaiser Wilhelms II. und Prinz Ernst August von Hannover zur Aussöhnung zwischen Welfen und Hohenzollern gekommen. So besteigt mit Herzog Ernst August am 1. November 1913 noch einmal ein Welfe den braunschweigischen Thron. Ernst August dankt 1918 am Ende des Ersten Weltkrieges in der Novemberrevolution ab, damit endet das Herzogtum Braunschweig. Zunächst entsteht eine "sozialistische Republik". Am 6. Januar 1922 erhält Braunschweig dann als Freistaat Braunschweig eine neue demokratische Verfassung.

Regentschaften

Die Regenten des Herzogtums Braunschweig:

Einwohner

Das Herzogtum zählte

Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900

- Herzogtum Braunschweig -
Kreis Holzminden

 

Gemeinde Einwohner
01.12.1910
Altendorf 1.225
Arholzen 612
Bessingen 286
Bevern 2.003
Bisperode 999
Boffzen 2.082
Braak 357
Breitenkamp 225
Bremke 296
Brökeln 169
Brunkensen 769
Buchhagen 88
Coppengrave 362
Daspe 178
Deensen 1.159
Denkiehausen 130
Derental 620
Dielmissen 809
Dohnsen 438
Dölme 288
Eimen 435
Emmerborn 78
Eschershausen 1.999
Fohlenplacken 146
Fürstenberg 883
Glesse 93
Golmbach 920
Grave 361
Grünenplan 1.455
Halle 600
Harderode 433
Hehlen 931
Heinade 640
Heinrichshagen 126
Hellental 549
Heyen 486
Hohe 205
Hohenbüchen 341
Holenberg 554
Holzen 875
Holzminden 10.249
Hunzen 182
Kemnade 757
Kirchbrak 583
Kreipke 65
Lenne 990
Lichtenhagen 336
Linnenkamp 338
Linse 229
Lobach 363
Lüerdissen 454
Lütgenade 272
Lütgenholzen 78
Mainzholzen 470
Meinbrexen 348
Merxhausen 394
Mühlenberg 118
Negenborn 1.052
Neuhaus 328
Ölkassen 189
Ottenstein 1.125
Reileifzen 198
Rühle 793
Scharfoldendorf 610
Schorborn 356
Stadtoldendorf 3.728
Tuchtfeld 118
Vorwohle 524
Wangelnstedt 659
Warbsen 413
Wegensen 70
Westerbrak 162


Zum Kreis Holzminden gehörten noch die unbewohnten gemeindefreien
Forstbezirke
Boffzen, Brunkensen, Eschershausen, Grünenplan, Holzminden I,
 Holzminden II, Imsen, Merxhausen, Ottenstein, Stadtoldendorf, Vorwohle und Westerbrak